OffsideFestival | Boom Box

Boom Box

Boom BoxTHOMAS BORGMANN – WILLI KELLERS – AKIRA ANDO
Um Borgmanns Spiel zu beschreiben, fallen zuweilen die Namen von John Coltrane und Pharaoh Sanders. Für Boom Box, seine neueste und vielleicht spektakulärste Formation, sind solche Referenzen sicherlich nur bedingt tauglich. 
 
Boom Box, das heißt: Saxophon trifft Drums trifft Bass – und das mit aller Wucht. In langen, häufig fließenden Stücken erschaffen Borgmann, Willi Kellers und Akira Ando eine Musik, die sich zwischen lyrisch friedlichen und ekstatischen Phasen, zwischen weiträumigem und dichtem Spiel hin und her bewegt. »Free Bop« nennen sie ihr beseeltes Zusammenspiel selbst. Die »taz« spricht von »Intensitätsmusik«, um gleich erklärend hinzufügen: »Darf man auch Jazz zu sagen, wenn einem kein anderes Wort dafür einfällt.« Felix Klopotek, angesehener Kritiker und Jazzproduzent, bezeichnet Boom Box kurz und knapp als »supercoole Free-Jazz-Combo«.

„Das Spiel von Thomas Borgmann oszilliert über unterschiedliche Evolutionszustände, zwischen hymnischer Intensität, die streckenweise unwillkürlich an den Gestus eines John Coltrane oder Pharao Sanders erinnert, und figurative Spiritualität, wie sie viele Naturvölker auf ihren Blasinstrumenten zum Ausdruck bringen.“ (intro-musicmagazin). Der wilde „Melancholiker“ genießt schon seit längerem höchste Reputation in der New Yorker Szene.

So schloss sich ´96 Sonic-Youth-gitarrist Thurston Moore seinem Trio mit Peter Brötzmann und Borah Bergmann an. Seine Arbeit im Trio mit Wilber Morris und Denis Charles als auch mit Reggie Nicholson wurde innerhalb eines jahres auf 5cd´s dokumentiert. Seine letzte CD auf  CIMP-Records erreichte 4 1/2 Stars im Down-Beat. Das US-Magazine ‚JAZZIZ‘ schrieb: „His very linear but wholly free approach to his horn recalls the great Sun Ra Arkestra saxophonist John Gilmore“, und Walter Horn schrieb im ‚CADENCE‘ Jazzmagazin : „He has power, passion, technique, and range. His playing is exciting and multi-faceted. There is a variety to be found in his solos that often escapes other talented players. Most of what emerges from his lips has the aura of the timeless classic about it“.

Inzwischen legendär und seit 1992 aktiv ist sein Quartett *Ruf der Heimat* mit Ernst-Ludwig Petrowsky, Willi Kellers & Chrisoph Winckel, wobei lange Jahre auch mit Peter Brötzmann getourt wurde und immer wieder auch Charles Gayle, Roy Campbell und Heinz Sauer als Gäste mit dabei waren. *Sehnsucht nach Theo* heißt im Übrigen die neue CD, die demnächst bei JAZZWERKSTATT erscheinen wird.

BOOM BOX als Trio Idee gründete sich 2000 zunächst mit Tony Buck (drums) & Joe Williamson (bass), zeitweilig dann auch mit Tony Buck und Akira Ando , seit zwei Jahren dann nur noch mit Achim Krämer (drums) und Jan Roder (bass). Neu – und weil der Gedanke wohl schon lange im Raum stand – nun das Trio mit Willi Kellers & Akira Ando. Kellers & Borgmann arbeiten seit über 20 Jahre zusammen – aber bislang niemals als klassisches Trio mit Sax/drums/bass – warum auch immer (?).
 
Willi Kellers, geb. 1950 in Münster, ist einer der Musiker, die für die Verbindung der Wuppertaler Free-Jazz Szene zur Ost- wie zur West-Berliner Szene der 80er Jahr von größter Bedeutung sind. Seit jener Zeit ist Kellers u.a. im Duo mit Peter Brötzmann, Albert Mangelsdorff, Willem Breuker, früher auch Frank Wright, mit Charles Gayle, Ruf der Heimat, Manfred Schoof, Fred Frith und anderen Vertretern des europäischen Jazz unterwegs gewesen. Willi Kellers arbeite auch als Musiker für Stummfilme und insbesondere als Theatermusiker in ca. 50 Theaterinszenierungen u.a. zusammen mit Franz Xaver Kroetz, Claus Peymann, George Tabori in Basel, Berlin (Berliner Ensemble, Sophiensäale), Wien (Burgtheater) und Zürich (Schauspielhaus).
 
Akira Ando, geboren 1955 in Sapporo ist Kontrabassist und Cellist. Von 1984 -98 lebte er in New York und war dort jahrelang Mitglied der Band Cecil Taylors (des godfather des freejazz). Eine intensive musikalische Beziehung verbindet ihn auch mit dem afro-amerikanischen Violinisten Billy Bang, mit .dem er in den USA und Europa zahlreiche Konzerte gab. Außerdem spielte er in New Yorker Salsabands und Jazzformationen fast aller Stilrichtungen, seit 1998 lebt er als freischaffender Musiker in Berlin. Die Einspielungen *Bang On* (Justin Time) sowie *Spirit Gathering* (CIMP) dokumentieren seine Arbeit mit Billy Bang. Akira war immer wieder auch in William Parkers *Little Huey Creativ Music Orkestra* zu hören, wie u.a. auf den CD’s *Sunrise of the Tone World (AUM Fidelity) und *Flowers grow in my Room (Centering Records)

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